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Und das soll Spaß machen? - Faszinationskraft

Auch für Computer- und Videospiele gilt: Spielen macht Spaß. Die Hauptgründe für die Faszination dieser Spielform sind klar zu benennen: Interaktivität und die Wechselwirkungsprozesse zwischen Spieler und Spiel.

Interaktivität – Ohne den Spieler steht die virtuelle Welt still

Die Besonderheit von Computer- und Videospielen liegt im Vergleich mit anderen Medien darin, dass der Nutzer dieses Mediums aktiv gefordert wird. Eine Geschichte in einem Buch ist unveränderlich niedergeschrieben, in einem Film wird sie in einer gleichbleibenden Abfolge von Bildern erzählt. Beide Formen haben einen linearen Verlauf. Der Leser oder Zuschauer hat durchaus die Freiheit, den vorgegebenen Pfad zu verlassen, sich das Ende beispielsweise zuerst anzuschauen, kann aber an der vorgegebenen Erzählstruktur nichts ändern.
Den Computer- und Videospielen liegt ebenfalls eine Erzählstruktur zugrunde, es gibt hier (in der Regel) einen festen Rahmen für die Geschichte, doch wie diese erzählt wird, hängt vom Spieler selber ab.
Egal ob ein Spieler ganze Heere befehligt, eine einzelne Figur, ein Fahrzeug oder einfache Objekte steuert – die „Pixel“ warten darauf, von ihm bewegt zu werden. Ohne die Spieler würde die virtuelle Welt still stehen. Und durch aktives Einwirken bestimmen sie den Verlauf der Geschichte mit.

Macht, Herrschaft und Kontrolle

In einem Großteil der Spiele stehen dem Spieler ein oder mehrere „elektronische Stellvertreter“ zur Verfügung, die er mittels Tastatur, Maus oder Joystick durch die virtuelle Welt steuert. Unsichtbar mit ihm verbunden erleben sie „gemeinsam“ Abenteuer, überwinden Hindernisse, meistern Probleme. Hier von einer Beziehung im herkömmlichen Sinne oder von einem wirklichen Verschmelzen zu reden wäre falsch. Es sind spezifische Fähigkeiten des Spielers, die in der Steuerung seines Stellvertreters sichtbar werden. Schnelle Reaktionen, präzise Bewegungen oder vorrausschauendes Handeln – all dies entspringt dem Können des „Marionettenspielers“.
Ein Spieler muss sich die Regeln aneignen, die seiner Spielwelt zugrunde liegen. Aber viele Spieler lesen bewusst keine Spielanleitung mehr, für sie stellt das Ausprobieren und Erforschen der Spielwelt gleichermaßen Reiz und Herausforderung dar. Unabhängig davon: Regelverständnis und Steuerungskontrolle schaffen erst die Voraussetzungen, um in einem Computer- und Videospiel handlungsmächtig agieren zu können.

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Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene werden im Alltag unentwegt gefordert und kennen das Gefühl, ständig agieren zu müssen. In vielen Situationen, ob in Schule, Beruf oder Familie, müssen sie sich bewähren – und nicht immer zählen sie zu den Siegern. Oft genug erleben sie Misserfolge und stoßen an ihre Grenzen. Anders als im „wahren“ Leben kann ein Spieler frei wählen, wann er sich welcher Herausforderung stellt.
Die Art und Weise, wie (erfolgreich) ein Spieler die an ihn gestellten Herausforderungen meistert, hängt von seinen mitgebrachten Fähigkeiten (Reaktionsschnelligkeit, Problemlösungsstrategien etc.) ab und davon, wie viel er aufwendet, diese zu verbessern, um so seinen Aufenthalt in der Spielwelt zu sichern.
Computer- und Videospiele geben dem Spieler meist ein unmittelbares Feedback. Auf eine Aktion folgt sogleich eine Reaktion. Der Spieler erfährt zeitnah die Auswirkungen seines Handelns, kann daraus Schlüsse ziehen, seine Aktionen anpassen. Dies versetzt ihn in eine „machtvolle“ Position.
Wenn es dem Spieler somit gelingt, ein Spiel zu kontrollieren, handlungsmächtig zu sein, so wird er an diesem Erfolg auch Spaß haben.

Balance zwischen Lust und Frust

Ein Spiel muss eine Herausforderung darstellen, welche vom Spieler auch gemeistert werden kann. Die Balance zwischen Unter- und Überforderung muss ausgewogen sein. Bei Spielern, die von Spielbeginn an nur scheitern, wird sich, wenn keine Verbesserung erkennbar ist, die Lust am Spiel(en) in dauerhaften Frust verwandeln. Sie werden vermutlich in einem anderen Spiel oder Spielgenre ihr Glück versuchen. Wer ohne Anstrengung jede Hürde im Spiel meistert, dem wird irgendwann die Herausforderung fehlen.
Ein typischer Verlauf könnte so aussehen: Ein erster einfacher Level oder ein so genanntes Tutorial bieten einen leichten Einstieg in das Spiel. Hier wird der Spieler, damit er das Spiel überhaupt spielen kann, mit den grundlegenden Elementen der Spielsteuerung und des Regelwerks vertraut gemacht. In den folgenden Leveln oder Spielphasen hat er nun die Möglichkeit, das Erlernte anzuwenden und zu festigen. Um zu vermeiden, dass dem Spieler langweilig wird, weil er sich unterfordert fühlt oder der Spielreiz verloren geht, muss es neue Herausforderungen geben. Bei einem Autorennspiel werden die Strecken schwieriger, die Gegner besser oder das Zeitlimit geringer. Bei einem Strategie- oder Actionspiel steigt die künstliche Intelligenz (KI) des Computergegners, so dass dieser besser, schneller und raffinierter angreift oder sich verteidigt.

Faszination 01
Wer spielt was?
Das Angebot an Computer- und Videospielen ist vielfältig. Mittlerweile gibt es eigene Abteilungen in Elektromärkten, die sich darauf eingestellt haben.
Ob ein Spieler nun Autorennen fahren, eine Welt erobern oder Detektiv spielen möchte – er wird ein Spiel suchen, dass zu ihm passt.
Ein Star-Wars-Fan greift vielleicht zum entsprechenden Spiel, um seine Helden selber einmal durch die Geschichte zu führen, um bei diesem Abenteuer dabei zu sein. Einen Fußballfan reizt es wohlmöglich, den Lieblingsverein zu managen oder seine Vorbilder erfolgreich über den Rasen zu steuern.
Die Übersicht über die verschiedenen Spielgenres im Beitrag Alles Killerspiele oder was? lässt den Facettenreichtum der virtuellen (Spiel)Welten erahnen.
Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Spiel, können den Spieler neben seinen individuellen Vorlieben und bisher gesammelte Erfahrungen, auch Neugier, die Werbung für ein neues Spiel, Berichte in Spielemagazinen, ein attraktiver Kaufpreis, Freunde und vieles mehr beeinflussen.

Mit- und gegeneinander spielen

Einen besonderen Reiz stellt das Spielen gegen menschliche Mitspieler dar, da ihre Handlungen schwieriger einzuschätzen sind, als die der programmierten Maschine.
Freunde verabreden sich zum gemeinsamen Spielen und treten alleine oder in einem Team gegen andere an.
Die Möglichkeiten gemeinsam mit oder gegen andere zu spielen sind vielfältig: Vor einem Gerät, im lokalen Netzwerk (LAN), bis hin zu Online-Welten, in denen gleichzeitig Hunderte oder Tausende von Spielern aus der ganzen Welt in einer Spielwelt agieren.
Dabei ist das Spielen stets mit einer kommunikativen und gesellschaftlichen Komponente verknüpft. Und eigentlich ist es immer das Spielen und nicht das Spiel, was Spaß macht.



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